Lübecker Marzipantorte nach Oma Inge



Bei meiner Schwieger-Oma gab es an Weihnachten immer ein Familientreffen mit Kaffee und Kuchen und später vielen leckeren Dingen zum Abendessen. Diese Tradition haben wir in diesem Jahr wieder aufleben lassen und am ersten Weihnachtsfeiertag zum Kaffee zu uns eingeladen.

Jan hat sich gewünscht, dass die Kaffeetafel möglichst so aussieht wie früher: Nämlich mit Marzipantorte, Mokkatorte und Windbeuteln.
Im ersten Jahr, in dem ich zum Familientreffen mit eingeladen war, habe ich übrigens den Ruf wegbekommen, "krüsch" zu sein - das ist norddeutsch für wählerisch beim Essen. Man, war mir das unangenehm, dass ich weder Kaffee mochte, noch Sahne (und so keine der Torten mein Fall war), noch den Sherry, den es nach dem Essen gab. Dabei bin ich eigentlich gar nicht krüsch - nur Pfefferminz, Kaffee und Sahne sind nicht meins. Inge hat in den folgenden Jahren dann immer auch Pufferkuchen (also Rührkuchen mit Schokostückchen) da gehabt. :-)

Vielleicht hat sich mein Geschmack geändert, vielleicht habe ich die Mokkatorte auch früher nie richtig probiert - auf jeden Fall habe ich dieses Jahr beide Torten sehr gemocht. Die Mokkatorte schmeckte nur leicht nach Kaffee (ähnlich wie Tiramisu), und die Marzipantorte nach Marzipan und Nüssen und gar nicht nach Sahne.
Die beste Schwägerin der Welt war zwei Tage vorher bei mir, hat die Rezepte mitgebracht und mir gezeigt, wie es geht. Also die Marzipantorte:

Dafür wird zuerst ein Biskuitteig hergestellt. Wir mussten mit den Mengen ein bisschen experimentieren, und haben das beste Ergebnis bekommen, indem wir
  • 4 EL Wasser
  • 4 Eiweiss
  • 1 Prise Salz
steifgeschlagen haben und in einer zweiten Schüssel
  •  200g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 4 Eigelb
  • 80g Mehl
  • 80g Speisestärke
  • 1 TL Backpulver
verrührt haben. Das Eiweiss wird dann unter die andere Masse gezogen (dabei nur so viel rühren wie nötig, damit die Luftbläschen erhalten bleiben und der Teig locker wird). Bei 160° Ober-/Unterhitze wird der Biskuitteig 50 Minuten gebacken.

Dann haben wir die Böden mit Hilfe eines Bindfadens getrennt. Dabei muss man daran denken, den Rand des Kuchens vorher rundherum einzuritzen, so dass der Bindfaden dort gut liegt. Für die Zukunft sollte ich mir mal so ein Torten-Säge-Gerät mit höhenverstellbaren Drähten anschaffen.

Die stabilste der Teigplatten wird als unterster Boden ausgewählt und mit Aprikosenmarmeladen eingstrichen:


Danach werden die Böden mit Füllung bestrichen und gestapelt. Zwischen den Böden braucht man jeweils
  • 1,5 Becher Sahne, die mit
  • 1/2 Packung Sahnesteif und
  • 1-2 EL Puderzucker steifgeschlagen werden und
  • eine Handvoll gemahlener Haselnüsse, die man danach unter die Sahne mischt.
Die Masse wird dann mit einem Spachtel (sagt man das so? Auf jeden Fall ist nicht der aus der Werkstatt gemeint :-)) aufgestrichen.


Für die Ummantelung benötigt man noch einmal eine Portion Haselnuss-Sahne. Bevor man die Haselnüsse untermischt, muss man aber einen Teil der noch weissen Sahne in einen Spritzbeutel füllen (ca. halb voll), so dass man diese Sahne nachher zum Dekorieren verwenden kann.
Dann die Torte auch von aussen mit Sahne bestreichen. Wahnsinnig glatt muss es zum Glück nicht werden, weil ja noch eine Marzipandecke darüber kommt.


Marzipandecken gibt es fertig zu kaufen, und so eine fertige Decken haben wir auch dieses Mal verwendet. Sie wird aufgerollt, über ein Nudelholz geschlagen und vorsichtig über der Torten wieder abgerollt.
Dass sich der Rand etwas wellt, ist durchaus gewollt und sieht nachher nett aus. Überschüssiger Rand wird abgeschnitten.


Inga hat ein sehr hilfreiches Kunststoff-Kuchengitter, mit dem man 16 Stück auf der Torte einteilen kann. Das kann man aber sicher auch mit einem Messer tun, indem man das Marzipan vorsichtig etwas eindrückt.
Auf jedes der 16 Stücke wird dann mit dem vorbereiteten Spritzbeutel ein Tupfer Sahne gegeben. Ein größerer Tupfer kommt in die Mitte der Torte und ein Ring aus kleinen Tupfern um die Mitte herum. (Oder wie auch immer man es schön findet!)


Auf die kleinen Tupfer am Rand haben wir jeweils eine ganze Haselnuss gegeben. Die Deko in der Mitte hatte Inga mitgebracht, aber dort kann ebenso gut eine weitere Haselnuss oder etwas anderes stehen.


Die Torte muss einen Tag durchziehen, bevor sie richtig lecker ist. Nach zwei Tagen ist sie immer noch toll, nach drei Tagen beginnt sich das Marzipan aufzulösen. Falls die Torte jemals länger halten sollte, kann man den entstehenden superleckeren Torten-Matsch immer noch löffeln. ;-)


3 Kommentare:

  1. Möchte ich unbedingt nachbacken, bloß habe ich ein Problem: welchen Durchmesser hatte denn hier deine Form?

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    1. Hallo Jana,
      meine Form hat einen Durchmesser von 28cm. Du kannst aber auch eine 26er-Form nehmen, dann wird die Torte etwas höher.
      Viele Grüße! :-)

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