Kuchen mit QR-Code

Von was ernähren sich Informatiker? Von Pizza und Red Bull, ist glaube ich so der allgemeine Eindruck. Und obwohl das nicht komplett falsch ist (zumindest stapeln sich bei unseren Admins tatsächlich die Red Bull-Dosen), hat meine Kollegin Juliane letztens eine Alternative mitgebracht: Einen Kuchen mit einem QR-Code!


Eine Anleitungs dafür gibt es hier: Anleitung QR-Code mit Puderzucker.

Kurz zusammengefasst: Backt einen möglichst dunklen Kuchen mit glatter Oberfläche (z.B. Brownies), erzeugt den Code z.B. hier, druckt ihn vergrößert aus und legt die Schablone auf den Kuchen:


Dann wird mit Geduld der Puderzucker über den Kuchen gesiebt und die Schablone vorsichtig entfernt.
Julianes Tipp: Wenn man den Kuchen danach im Auto transportiert, kann der Puderzucker verrutschen. In dem Falls sollte man ihn vielleicht erst am Zielort aufbringen.

Fragt ihr euch eigentlich schon die ganze Zeit, was zum Himmel eigentlich ein QR-Code ist?


- Nerd-Einschub: Was ist ein QR-Code? -

Die Abkürzung "QR" steht für "Quick Response". Es handelt sich um die zweidimensionale Darstellung einer Zeichenfolge (z.B eines Hyperlinks), die mit einer Kamera eingelesen und automatisch zurück in die Zeichenfolge übersetzt werden kann. Im Grunde ist das ganz ähnlich wie ein Barcode im Supermarkt - ihr könnt es euch wie viele Zeilen Barcode untereinander vorstellen.
Wo der Code anfängt und aufhört, ist über Positionsfelder in drei Ecken des Quadrats bestimmt. Die inneren Ecken der Positionsfelder sind mit eine Linie verbunden, die abwechselnd schwarz und weiss ist - das sieht man auch auf Julianes Kuchen ganz gut.
Neben dem eigentlichen Text gibt es noch Informationen zum Aufbau von Code und Text (Version des Codes, Datenformat und Länge des Texts).

Im Hauptteil des QR-Feldes ist dann der eigentliche Text, und zwar codiert in Nullen und Einsen (= schwarze und weisse Felder). Dafür wird jedem Zeichen eine Zahl aus dem ASCII-Code zugeordnet. Das ist nichts kompliziertes oder ansteckendes, sondern einfach eine Durchnummerierung der Zeichen, die man verwenden kann. Ein großes Z ist eine 90, ein kleines u eine 117 usw. Das Wort "Zuckerwerkstatt" kann man in "90 117 99 107 101 114 119 101 114 107 115 116 97 116 116" übersetzen.
Diese Zahlen wiederum werden in Nullen und Einsen (sog. Binärcode) umgewandelt. Vielleicht musstet ihr das mal im Mathematik- oder Informatik-Unterricht machen - es ist per Hand mühselig, aber nicht besonders kompliziert.

Die Stellen des Binärcodes repräsentieren jeweils eine Zahl aus dem 2er-Zahlensystem, also: 2 hoch 7, 2 hoch 6, 2 hoch 5, ... bis 2 hoch 0. Wenn man 8 Binärziffern verwendet, repräsentieren sie die folgenden Dezimalzahlen: 128 64 32 16 8 4 2 1. Jede Zahl bis 255 lässt sich als Summe dieser Dezimalzahlen berechnen. Und man trägt einfach eine 1 für die Stellen ein, die man für die Summe benötigt. 

Ein Beispiel: Die 90 für das große Z kann man aus 64+16+8+2 bilden. Binär ausgedrückt wäre das die Folge 01011010. Und "Zuckerwerkstatt" ist als Binärcode 01011010 01110101 01100011 01101011 01100101 01110010 01110111 01100101 01110010 01101011 01110011 01110100 01100001 01110100 01110100 - jeweils 8 Binärzeichen pro Buchstabe.


Diese 0en und 1en kann man dann als weisse und schwarze Felder in der Mitte des QR-Codes finden.

War das verständlich? Sonst hinterlasst gerne einen Kommentar! :-)

- Nerd-Einschub Ende -



4 Kommentare:

  1. "FBS 4.0" (so heißt das Projekt, was gerade läuft) :)
    Sehr viel mehr Text würde ich auch nicht empfehlen - dann braucht man Stunden um die Schablone(n) zu basteln.

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  2. Oder einen 3D-Drucker...

    @Meike, ich dachte, mit meiner hammermäßigen Erklärung könntest du den Code sofort im Kopf übersetzen! (Nein, war nur ein Scherz.) ;-)

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  3. Darf ich nen 3D Drucker kaufen?
    Darf ich?
    Darf ich?

    Kostet keine €1000 :)

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