Meine erste Hochzeitstorte!


Heute möchte ich euch endlich etwas über die Hochzeitstorte schreiben, die ich im August für liebe Freunde machen durfte. Man, war das ein Projekt! Anstrengend, lustig, kreativ, schweisstreibend und sehr, sehr befriedigend. ;-)

Als Tobi mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte, die Torte zu machen, wusste ich erstmal nicht, was ich antworten soll. Habe ich Lust auf eine Torte für 90 Gäste? Klar! Traue ich mir das zu? Ähm... Zum Glück habe ich mich für ein "ja" entschieden und so ganz viel Neues gelernt und mich richtig austoben können! :-)

Ein paar Wochen vor der Trauung haben wir uns gemeinsam für ein Design entschieden. Das heisst, eigentlich hat die Braut sich für das Design entschieden, und ich konnte es mir anfangs nicht so richtig vorstellen. Aber ich hätte keine Sekunde daran zweifeln sollen, denn schließlich ist Natalia Mode-Designerin und hat ein tolles Gespür so etwas!
Da sich die Braut ausserdem einen richtig, richtig schokoladigen Schokoladenkuchen gewünscht hat und der Bräutigam gerne frisches saisonales Obst in der Torte haben wollte, stand der Inhalt bald fest: Oben und unten ist die Torte mit Devil´s Food Cake gefüllt, und die beiden mittleren Etagen sind eine Art Schwarzwälder Kirschtorte mit Schoko-Biskuitt, Creme aus weisser Schokolade und frischen Sauerkirschen aus unserem Garten.

Leider habe ich nicht so viele Fotos vom Entstehungsprozess gemacht, denn ich war an vielen Stellen einfach zu konzentriert oder zu aufgeregt, um an die Kamera zu denken. Aber ein paar Sachen habe ich dokumentiert, zum Beispiel die Zutaten:


Die Verkäuferin beim Famila hat wohl etwas irritiert geschaut, als der beste Mann von allen mit diversen Litern Sahne und Creme Fraiche an der Kasse stand. ;-)

Ich hatte mir vorher eine Excel-Tabelle gebaut, in der ich die Zutaten-Mengen für die verschiedenen Tortengrößen umrechnen konnte. Die Größe der einzelnen Etagen ergab sich automatisch aus dem Wilton-Backform-Set, das ich habe. Und die ungefähren Backzeiten habe ich aus dem Wilton-Grundlagenbuch ermittelt, das typische Zeiten für verschiedene Kuchendurchmesser angibt.

Trotzdem war ich mit der schieren Masse der größten Etage anfangs irgendwie überfordert. Diese Menge an Teig wollte mein Mixer nicht mehr bewältigen, so dass ich am Ende alles per Hand und Rührlöffel in unserer größten Salatschüssel verrührt habe.


Ich hatte mir 2 Tage Zeit genommen, um die Torte fertig zu bekommen, und so konnte ich relativ entspannt arbeiten. Am Donnerstag nachmittag hatte ich die Böden fertig gebacken.
Sicherheitshalber hatte ich die Backformen komplett mit Backpapier ausgelegt (das sieht man noch an der größten), denn  zuvor war mir bei diesen Formen schonmal ein Kuchen hängen geblieben und zerbrochen.


Diesmal wollte sich nur der kleinste Kuchen - der Devil´s Food Cake - nicht richtig aus der Form lösen und drohte zu zerfallen. Das war der Moment, als ich angefangen habe, mit dem Kuchen zu sprechen, während ich ihn herausgelöst habe (oh man): "Ja, ich weiss, du bist eine Diva. Aber komm doch aus der Form. Die anderen haben das auch geschafft. Ja, das magst du nicht, wenn ich die Form drehe. Aber du kommst auf eine Hochzeitstorte! Ist das nichts?" Rückblickend habe ich da wohl einen etwas durchgeknallten Eindruck gemacht. ;-)

Am Donnerstag abend habe ich die Torten noch gefüllt und in den Kühlschrank gestellt. Von der Dekoration am Freitag werde ich noch einen weiteren Post schreiben: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Quilting-Muster mit den Zuckerperlen. Wie man die Blüten herstellt, habe ich schon einmal hier beschrieben.

Am Freitag nachmittag standen auf jeden Fall alle 4 fertig dekorierten Torten im Kühlschrank:


Und ich war platt. Habe ich schon erwähnt, dass ich nachts geträumt habe, dass ich mit der Torte in der Hand die Treppe zur Location herauf fallen würde?

Aber absolut alle Arbeit war mehr als entschädigt, als wir die Torte bei der Location angeliefert haben und der Betreiber davon ausging, dass ich ich Profi bin und mich nach meiner Visitenkarte gefragt hat. Yeah!!!!!
Und natürlich war ich happy, dass dem Brautpaar die Torte so gut gefallen hat und sie mit zu einer unvergesslich schönen Hochzeitsfeier beigetragen hat.



Woher der Tortenständer stammt und was man noch so alles beim Herstellen einer Hochzeitstorte beachten muss, werde ich in den nächsten Posts noch genauer beschreiben!


Herzliche Grüße aus der Zuckerwerkstatt!




11 Kommentare:

  1. Boah! Die ist wirklich wunderschön geworden. Sieht aus wie vom Profi - Respekt :)
    Ich glaube ich würde mich nicht an eine Hochzeitstorte trauen - nocht nicht! Vielleicht irgendwann mal ;)

    Liebe Grüße, Karin

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    1. Ich war mir zwischendurch auch nicht so sicher, ob alles funktionieren würde...aber als die Torte fertig war und wir sie an der Location aufgebaut haben, war das ein tolles Gefühl! Kann ich empfehlen! :-)

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  2. Und lecker war sie!
    Schreibst du auch was über den heroischen Transport? ;-)

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    1. Oh ja, stimmt! :-) Bei gefühlten 6° im geliehenen Auto (wegen Klimanlage) in dicker Jacke, damit die Torte ja nicht zerläuft... Das war eine tolle Aktion! :-)

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  3. Oh wie schön! Bin schon ganz gespannt auf deine Anleitung für den Überzug. Man wollte auch nicht mit dem Brautpaar tauschen, die ja die Torte irgendwann anschneiden mussten ;)

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  4. Hey Venda deine Torte(n) sieht ja wirklich wunderschön aus! Mir gefällt es auch sehr gut, dass sie nicht klassisch weiß ist. Mit dem Quilting-Muster und de Blümchen ist sie auch überhaupt nicht überladen. Sehr elegant!
    Liebe Grüße, Hannah

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    1. Danke Hannah! :-) Das rot ist die Lieblingsfarbe der Braut, und zum Glück gab es das Marzipan fertig rot eingefärbt!

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    2. Ach das ist Marzipan? Ich habe noch nie eine Torte mit Marzipan überzogen, aber wollte das immer mal machen, da ich Fondant geschmacklich nicht mag. Geht das Beziehen denn genauso einfach wie Fondant? Ich dachte immer, dass man bei Marzipan Falten am Rand bekommt und sich das Marzipan nicht so schön anschmiegt wie Fondant. Ich sollte das echt mal ausprobieren.

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    3. Hallo Hannah, ich finde Marzipan sogar einfach zu verarbeiten als Fondant. Ich bestelle es immer hier: http://www.taartoutlet.nl/c-1436903/marsepein/.
      Die Falten am Rand hatte ich nur bei den fertig ausgerollten Marzipandecken, die es im Laden gibt. Da man die ja nicht mehr durchkneten kann, waren die beim Beziehen echt steif und gar nicht anschmiegsam.
      Dann muss man nur noch schauen, dass der Geschmack vom Marzipan gut mit der Torte harmoniert. Alles mit Schoko oder Nuss ist toll. Kirsch geht auch gut... Johannisbeer passte nicht so gut, fand ich, aber vielleicht ist das auch Geschmackssache!

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  5. WOW! Einfach nur WOW! Ich bin total sprachlos! Ich hatte diesen Sommer auch eine 5 Stöckige Hochzeits Cupcake Torte gemacht und ich weiss was für ein psychischer Stress das sein kann! Vor allem die Anlieferung hihi :-)

    Liebster Gruss, Sara

    PS: Zu deiner Frage mit den Waffelbechern bei dem Gastpost von Anna im Backwahn auf meinem Blog, fragst du am besten sie direkt noch mal! Auf ihrem Blog hat sie auch einen Beitrag zu meinem Gastbeitrag!

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    1. Danke für deine Komplimente Sara! :-)

      Am Freitag abend habe ich wirklich gedacht: Sowas mache ich nie wieder! Aber am Samstag hatte ich schon wieder lauter Ideen, was ich nächstes Mal ausprobieren möchte und kanns gar nicht abwarten. ;-)

      Liebe Grüße, Venda

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