Ostholsteiner Apfelkuchen



Mitte November hatte Jan eine LAN-Party mit seinen alten Studienfreunden organisiert. Es sollte alles sein "wie früher". Wie vor 10 Jahren, als sich die gleiche Truppe regelmäßig mit einem Rechner unter einem Arm, einem Röhrenmonitor unter dem anderen und einem Schlafsack im Rucksack in der WG trafen.


Was ist denn eine LAN-Party?, fragt ihr euch vielleicht. Es ist im Grunde ein Spiele-Wochenende für Jungs. Die Jungs sind allerdings nicht mehr zehn, sondern Anfang dreissig, und bringen statt Matchbox-Autos ihre Computer mit. Zuerst wird das Equipment aufgebaut, wobei jeder möglichst fachmännische Begriffe in den Raum stellt ("Hast du noch ein Gigabit-Switch?", "Ne, der Stecker muss HDI auf DVI!", "Mit einem Lötkölben hätte ich das sofort repariert...!") und mit der Größe seines besten Stücks (des Monitors) angibt.

Danach fangen die Jungs an, Cowboy und Indianer oder Autorennen zu spielen. Nur nicht mit echten Spielfiguren, sondern gegeneinander am Computer. Statt Cowboys oder Indianern schießt man auch gerne auf Chinesen, Russen oder Terroristen. Die Autorennen sind aber genauso wie bei den Zehnjährigen: Entweder es geht darum, wer zuerst im Ziel ist, oder darum, die anderen Autos möglichst zerstörerisch zu rammen. Dabei werden Cola und Becks, Gummibärchen, Chips und Chili mit Reis verputzt.

Und was machen eigentlich die dazugehörigen Partnerinnen? Auch da gibt es klare Parallelen: Sie holen die Jungs am Ende vom Spielen ab. Sitzen eine Weile auf der Couch zusammen. Reden über Dinge, über die Frauen so reden. Ermahnen ihre Jungs, dass nach der nächsten Runde aber wirklich schluss ist. Spielen mal eine Runde mit, um kein Spielverderber zu sein. Schrotten dabei das Auto ihrer Partner und gewinnen das Rennen. (Hähä.) Und freuen sich, dass ihre Jungs so viel Spaß haben. :-)

So, nun aber zum Ostholsteiner Apfelkuchen, den ich zur Feier des Wochenendes ausprobiert habe. Zwischen den Rechnern wirkte er etwas fehl am Platz, war aber trotzdem ratzfatz aufgegessen.



Das Rezept findet ihr auf chefkoch.de (klick). Ich werde es hier nicht noch einmal wiederholen. Denn es war zwar nicht schlecht (besonders die Streusel waren lecker), aber so richtig begeistert hat es mich nicht. Die Apfel-Schmand-Eier-Masse in der Mitte war mir etwas zu fest und eierlastig. Da hätte ich eine cremigere Konsistenz besser gefunden. Oder vielleicht nur Äpfel in der Mitte, und dafür viel mehr davon?


Trotzdem war das Wochenende backtechnisch erfolgreich, ich haber nämlich noch ein Rezept für Rotweinkuchen ausprobiert, das große Klasse war. Davon nächstes Mal mehr!


Herzliche Grüße aus der Zuckerwerkstatt! 




1 Kommentar:

  1. Ich finde die Fachbegriffe aus dem Backbereich nicht weniger verwirrend...
    Durch Rundwirken und Schwadengabe wird der Backverlust auf ein Minimum reduziert.

    Außerdem sind ich und meine "alten Studienfreunde" gar nicht so alt :)

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