Sansas Lemon Cakes


Game of Thrones Lemon Cake

Mit viel Vitamin C - Winter´s coming!

Ich lese gern, und ich hänge gerne auf der Couch und sehe Serien. Das Genre Fantasy war dabei bisher eher nicht in meinem Beuteschema.

ABER. Wenn mein Mann mir tagelang aufgewühlt davon erzählt, was grade in seinem neuen Buch passiert. Wenn ich anfange, die Serie zu schauen und vor Enthusiasmus die nächste Folge kaum abwarten kann. Wenn ich danach die gesamten 5 Bände á 1000 Seiten lese und die Bücher vor Spannung kaum aus der Hand legen kann, obwohl ich die Handlung schon kenne. Dann ist das was Besonderes. Dann ist das Game of Thrones.

Bei Game of Thrones geht es um...um einfach alles. Familienbande, Machtkämpfe und Romanzen. Die edelsten Taten aus Liebe, Ehre und Loyalität, und die niederträchtigsten Taten aus Gier, Dekadenz und Neid. Politik. Intrigen. Poesie. Kriegsstrategien. Tapferkeit. Religion. Drachen. Gewalt (ziemlich viel). Sex (noch mehr).
Und dazwischen - natürlich - immer wieder auch ums Essen. Der Bücher schildern authentisch, welche Lebensmittel in den Städten gehandelt werden und wie die Bauern ihre Felder bearbeiten. Welches Festmahl zu einer königlichen Hochzeit kredenzt wird und wie Flusswasser schmeckt, wenn weiter oben Leichen verwesen.

Ok, das mit den Leichen findet ihr vielleicht eher abschreckend als faszinierend. Ich wende mich also lieber einem Naschwerk zu, das als Sansa Starks Lieblingsessen in den Büchern bekannt wird.

Game of Thrones Lemon Cake
Sansa´s Lemon Cake

Überhaupt: Sansa.

Hach... Das verträumte Teenager-Mädchen, das an den edlen Prinzen glaubt, der sie in eine strahlende Zukunft führt, wenn sie sich nur höflich, nett und zuvorkommend genug zeigt.
Dann kommt der Prinz tatsächlich und stellt sich als ein riesiges Arschloch heraus. Und Sansa lernt in einem sehr schmerzhaften Prozess, dass die Welt nicht so einfach ist, wie sie dachte.

Dieser Stoff, der problemlos ein eigenes Jugendbuch füllen könnte, ist nur eine von über 30 Geschichten, mit denen George R. R. Martin das Leben im fiktiven Kontinent Westeros zeichnet und der echten Welt gekonnt einen Spiegel vorhält.

Es gibt ein "offizielles" Rezept für Sansas geliebte Lemon Cakes (in diesem Buch: Klick). Das finde ich allerdings nicht besonders gelungen.

Warum?

Die Zitronenküchlein gibt es nur am königlichen Hof. Und nach allem, was man von den Kleidern, Teppichen, Schwertern und Schmuckstücken im Königshaus sieht, kann ich mir nicht vorstellen, dass die royalen Bäcker sich mit einfachem Rührkuchen begnügen. Am Hof gibt es schließlich auch kein Bier und keinen Haferbrei, sondern Wein und gefüllten Schwan.

Statt dem offiziellen Rezept fand ich also schicke Zitronen-Tarteletts viel passender.

Und wenn ich so richtig drüber nachdenke, sollten die auch recht klein sein - immerhin schafft Sansa in Band zwei noch 2 Stück davon, nachdem sie schon recht satt ist.

Game of Thrones Lemon Cake


Egal ob groß oder klein - die Tarteletts waren wirklich sehr lecker!

Der Mürbeteig
Knetet 50g Puderzucker, 100g kalte Butter, 150g Mehl, 2 Esslöffel eiskaltes Wasser, 1 Päckchen Vanillezucker und eine Prise Salz mit den Händen zu einem Mürbeteig. Lasst den Teig mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen.
Rollt ihn danach aus, stecht passende Kreise (für eine 26er Tarte-Form oder 4 Tartelett-Förmchen) aus und gebt den Teig in eure Formen. Stecht den Boden mehrmals mit einer Gabel ein und backt den Mürbeteig bei 150° 15 Minuten blind und noch einmal 15 Minuten ohne die Hülsenfrüchte.

Die Füllung
In der Zwischenzeit könnt ihr die Füllung anrühren: Die Schale von 2 gewaschenen Bio-Zitronen abreiben und aus einer Zitrone den Saft auspressen. Zitronensaft und -Schale zusammen mit 100g Zucker, 1 Ei und 1 zusätzliches Eigelb in einem Topf erhitzen. Separat 40g Butter auslassen und zu der Zitronenmasse geben.

Diese Masse auf den Boden geben und weitere 30 Minuten weiterbacken.

Ich habe die Tarteletts zusätzlich mit karamellisierten Zitronenscheiben verziert.

Drüben im "magischen Kessel" läuft übrigens ein Dauer-Blogevent zum Thema "lesehungrig", bei dem es um Gerichte in Büchern geht. Dort schicke ich Sansa´s Zitronenküchlein hinüber. Schaut mal vorbei!



Herzliche Grüße aus der Zuckerwerkstatt! 


8 Kommentare:

  1. da bist du nicht die Erste....der dieser Gedanke kam. Es gibt seit mehreren Wochen, ein von George R.R. Martin authorisiertes Kochbuch. Dort gibt es diese Zitronenküchlein in einer mittelalterlichen und einer modernen Variante. Ich finde die Deinige wirklich sehr schön und gut umgesetzt.

    Mit lieben Grüssen
    Die Mehlkäferin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Mehlkäferin, das freut mich!
      Und ich stöbere sehr gerne durch die ganzen kulinarischen Literaturtipps auf deinem Blog! :-)
      Liebe Grüße, Venda

      Löschen
  2. Game of Thrones schaue ich auch total gerne. Auf die Idee, die Bücher ebenfalls zu lesen, bin ich bisher noch nicht ersthaft gekommen - aber nach allem, was du so schreibst, sollte ich das schnell ändern. - Vielleicht während ich eines deiner Küchlein nasche. ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kann es dir wirklich nur empfehlen. Grade wenn man die ganzen Charaktere aus der Serie schon kennt, kommt man mit den Büchern gut zurecht. Wenn nicht, können die ja doch ziemlich verwirrend sein. ;-)

      Löschen
  3. Ha, wie cool. Ich wusste gar nicht, dass es ein eigenes Kochbuch dazu gibt!
    Deine Zitronenküchlein sehen sehr, sehr gut aus (aber gut, ich bin kein Maßstab, für Zitronenkuchen lasse ich alles stehen und liegen *g*)

    LG
    Viktoria

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Victoria! :-)
      Ich fand sie auch sehr lecker. Und wenn das noch kein Maßstab ist: Meine Nachbarin wollte sofort am nächsten Tag das Rezept haben. ;-)

      Liebe Grüße, Steffi

      Löschen
  4. Liebe Venda,

    ganz lieben Dank für deine Version der Lemon Cakes und diesen lesehungrigen Beitrag. Ich will sofort so ein köstliches Teilchen haben!
    Ganz ähnliche Gedanken haben mich übrigens auch geritten, als ich letztes Jahr über ein Rezept für Sansas Lieblingsnascherei nachdachte. Am Ende wurden es dann bei mir Lemon Bars. Mit dem offiziellen Kochbuch bin ich auch nicht gaaanz so glücklich. Aber um so mehr Raum & Inspiration für zukünftige lesehungrige Rezepte. :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Deine Lemon Bars sehen auch sehr verführerisch aus! :-)

      Löschen

Ich freue mich auf deinen Kommentar!