Pralinenkurs in der Schlemmerschule


Ein Erfahrungsbericht und ein Rezept für Zitronen-Limetten-Pralinen.

Am letzten Sonntag habe ich einen zuckersüßen Nachmittag verbracht - beim Pralinenkurs in der Winterhuder Schlemmerschule. Die Schlemmerschule bietet regelmäßig Kurse zu den verschiedensten kulinarischen Themen an. Schaut mal hier: Klick.

Mit Pralinen habe ich mich bisher ja noch nicht so viel beschäftigt. Also, mit "richtigen" Pralinen. :-) Schokolade schmelzen, mit interessanten Dingen mischen und wieder fest werden lassen konnte ich schon. Aber richtige Trüffel und leckere Füllungen herstellen - dafür fehlten mir Werkzeuge, Rezepte und vor allem ein Überblick.
Den habe ich nun bekommen, und ich muss sagen: es ist alles nicht so kompliziert, wie es vielleicht anfangs erscheint. Die Pralinen, die wir im Kurs hergestellt haben, waren zeitaufwändig - die Rezepte waren aber so ausgewählt, dass nicht viel schiefgehen konnte und wir vom Ergebnis alle beeindruckt waren. Aber nun der Reihe nach.

Die Schlemmerschule hat mir beim Betreten gleich gut gefallen. Durch die gedeckten Farbtöne, die schöne Einrichtung und die entspannte Musik wirkten die Räumlichkeiten nicht wie eine Großküche, sondern sehr gemütlich und privat. Mein guter erster Eindruck kann natürlich auch davon kommen, dass auf dem Küchentresen kiloweise Schokoladenpalletts standen - damit hätte ich mich wohl überall heimelig gefühlt.


Wiebke Lüdemann hatte für den Kurs fünf Rezepte herausgesucht, die jeden Geschmack trafen: Johannisbeer, Limette-Zitrone, Marzipan-Pistazie, Nougat-Krokant und Balsamico-Trüffel. (Ja, tatsächlich Balsamico - eine spannende Kombination mit Schokolade.)

Der Kurs bestand aus 9 Teilnehmern, die - ausser mir - alle zu zweit gekommen waren. So ergatterte sich jede Gruppe (ich arbeitete alleine, was aber auch ganz schön war) ihr Lieblingsrezept, sichtete die benötigten Zutaten und legte los. Wiebke unterstützte uns bei jedem Arbeitsschritt mit viel Geduld und ausführlichen Erklärungen. Danke dafür!

Die Johannisbeerfüllung, die ich herstellte, wurde in fertige Pralinen-Hohlkörper gespritzt. Die Hohlkörper kann man natürlich auch selbst herstellen, dafür war im Kurs aber leider keine Zeit. Die verwendeten Schokoladenkugeln waren aber auch so hochwertig und lecker, dass ich sie beim nächsten Mal gerne wieder verwenden würde.



Überhaupt: hochwertige Zutaten. Dass die Materialien und Lebensmittel, die wir verwendeten, hochwertig waren, merkte man schon am herrlichen Duft, den sie ausströmten. Für ein Genußprodukt wie Pralinen günstige Zutaten zu verwenden, macht ja auch irgendwie keinen Sinn - wenn ich die Kalorien schon in Hüftgold umsetze, sollte ich die Pralinen auch so lecker machen wie möglich.

Auf diesen Punkt ging Wiebke auch in der sehr schönen Pause ein, die wir machten, als alle Pralinen im Kühlschrank fest wurden. Sie erklärte uns einiges über die Herkunft von Schokolade und stellte den Unterschied zwischen billiger Kuvertüre ("gefärbtes Industriefett") und guter Schokolade heraus.

Währenddessen durften wir frisches Baguette, Käse und geschmolzene Schokolade genießen. Und wenn ihr jetzt denkt: klar, Baguette in die Schokolade tunken, und Käse als Zwischengang - dann irrt ihr euch. Wir haben tatsächlich den Käse in die Schokolade gedippt. Eine absolute Neuheit für mich. Und ich muss sagen: Obwohl ich ja auf Geschmacksexplosionen stehe, was mir diese Kontrast dann doch ein bisschen viel.


Nach der Pause verschlossen und dekorierten wir die Pralinen. Dabei sind wir Kursteilnehmer immer mehr ins Gespräch gekommen. Danke an die nette Gruppe!

Die Johannisbeerpralinen wurden zuletzt mit flüssiger weisser Schokolade überzogen und in Johannisbeerpulver gewälzt - das war eine herrliche Schweinerei und roch umwerfend gut.

Schließlich - nach einem letzten Abkühlvorgang - konnten alle Pralinen verpackt werden. Jeder Teilnehmer durfte Kostenproben jeder Sorte mit nach Hause nehmen.


Nach einem gründlichen Durchprobieren muss ich sagen: Die Kombination aus Zitrone, Limette und weisser Schokolade  hat mir am allerbesten gefallen. Deshalb folgt hier nun auch das Rezept für die Zitronen-Limetten-Pralinen:

Zitronen-Limetten-Pralinen
Spült zuerst einen Topf mit kaltem Wasser aus und gebt dann 150g Sahne hinein. Lasst die Sahne aufkochen, stellt die Temperatur dann hinunter und lasst 40g Butter in der Sahne schmelzen. Gebt, sobald die Butter geschmolzen ist, 320g weisse Kuvertüre mit in den Topf und rührt solange, bis eine homogene Masse entstanden ist.
In der Zwischenzeit könnt ihr 2 Zitronen und 2 Limetten auspressen. Gießt den Saft durch ein feines Sieb in die Kuvertüre-Sahne-Masse.
Wenn die Masse etwas abgekühlt ist, könnt ihr sie in einen Spritzbeutel füllen und in weisse Hohlkugeln spritzen. Zum Abkühlen sollten die Pralinen danach (am besten über Nacht) im Kühlschrank stehen.
Am nächsten Tag könnt ihr noch einmal etwas weisse Kuvertüre schmelzen und mit einem Spritzbeutel Deckel auf die Hohlkugeln setzen. Diese Deckel müssen wieder im Kühlschrank fest werden.
Zum Schluss werden die Kugeln erneut mit weisser Schokolade überzogen und sofort in einer Mischung aus braunem Zucker und Ascorbinsäure (Vitamin C Pulver) geschwenkt.

Das Ergebnis ist ein tolle Mischung aus süß und sauer, die auf der Zunge prickelt. :-)

Ihr könnt den Pralinenkurs auch über myDays buchen. MyDays hat mich zum Kurs eingeladen und mir frei überlassen, wie ich darüber berichte. Ohne die Einladung hätte ich den Kurs wohl nicht gebucht, weil mit 99 Euro doch recht teuer vorkamen. Im Rückblick muss ich aber sagen, dass der Kurs dieses Geld wirklich wert ist und ich ihn weiterempfehlen kann.


Herzliche Grüße aus der Zuckerwerkstatt!


1 Kommentar:

  1. Klingt nach einem super (Pralinen-)tag! Ich habe auch mal einen Kurs gemacht und fand es schön, dass man selber herumtüfteln konnte, wie bei dir auch. :)
    LG Stephie

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