So wünsche ich mir Blogger Relations




Gedanken aus Sicht einer Hobby-Bloggerin.

Ulrike hat dazu aufgerufen, sich zum Thema Blogger Relations, also zu Kooperationen zwischen Bloggern und Unternehmen, zu äußern. Danke dafür!

Dieses Thema ist recht konfliktbeladen. Es gibt immer wieder Reibereien - nicht nur zwischen Bloggern und Unternehmen, sondern auch zwischen den Bloggern selbst. Das ist in einem so neuen und wachsenden Umfeld wohl vorprogrammiert.

Die Blogger-Blogger-Relations
Bevor ich auf die Beziehung Blogger-Unternehmen eingehe, möchte ich den Konflikt innerhalb der Blogger-Welt beleuchten. Denn nach meiner Erfahrung prallen hier immer wieder zwei unterschiedliche Blog-Konzepte aufeinander:

Zum einen gibt es die Blogger, denen an Wachstum und Monetarisierung gelegen ist. Die ihren Blog mit Herzblut und viel Professionalität betreiben und gerne ihren Lebensunterhalt oder zumindest einen Teil davon über das Bloggen bestreiten würden.

Auf der anderen Seite steht die Gruppe der Blogger, die aus Begeisterung für ein Thema und aus Mitteilungsdrang bloggen. Mit genauso viel Herzblut, aber etwas weniger Professionalität und ohne Blick auf mögliche Vermarktungsmöglichkeiten.

Zwischen diesen beiden Gruppen tritt immer wieder derselbe Konflikt auf: Die erste Gruppe legt Wert auf einen professionellen Umgang mit Unternehmen und eine angemessene Vergütung ihrer Leistung. Hobby-Blogger sind dagegen durchaus bereit, ihren Lesern begeistert von einem neu entdeckten Produkt zu erzählen, ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen.
Die professionelleren Blogger reagieren darauf oft angegriffen, da der Marktpreis von Blog-Leistungen zu schrumpfen scheint, wenn andere Blogger dieselben Leistungen günstiger oder kostenlos erbringen.
Hobby-Blogger fühlen sich dagegen bevormundet, wenn ihnen vorgeschrieben wird, dass und wie viel sie für eine Leistung zu verlangen haben.

Was beide Seiten übersehen: Man kann für beide Gruppen nicht dieselben Maßstäbe ansetzen. Hobby-Blogger, die in ihrer Freizeit zum Ausgleich und zur Entspannung Artikel schreiben, können nicht erwarten, damit reich zu werden.
Professionellere Blogger, die eine angemessene Vergütung für ihre Artikel verlangen, müssen im Gegenzug sicherstellen, dass ihre Leistung entsprechend hoch ist. Sie können nicht erwarten, für eine Leistung gut entlohnt zu werden, die andere Menschen gerne freiwillig erbringen.

Die Blogger-Unternehmen-Relations
Diese unterschiedlichen Einstellungen der Blogger machen die Kommunikation für Unternehmen nicht unbedingt einfacher. Es ist meiner Meinung nach aber ein großer Schritt getan, wenn ein Unternehmen die Blogger-Gruppe identifiziert, die es ansprechen möchte.

Die Wünsche der professionelleren Blogger werden mit Sicherheit in anderen Beiträgen zu diesem Blog-Event beschrieben.

Aber auch ich als Hobby-Bloggerin werde immer wieder von Unternehmen angeschrieben. Und ich habe auch durchaus Interesse daran, spannende Produkte oder Bücher anzusehen und meinen Lesern vorzustellen. Dabei spielt die Vergütung kaum eine Rolle, sondern vielmehr die Frage, ob mich das Produkt begeistert und ich gerne davon erzählen möchte.

Ich sehe also vieles etwas entspannter als professionellere Blogger. Ein paar Punkte gibt es aber doch, die man bei der Kontaktaufnahme mit mir falsch machen kann:

  • Wird weder mein Name noch der Name meines Blogs in der Email erwähnt, gehe ich automatisch von einer Massenmail aus und fühle mich weniger involviert als bei einer persönlichen Ansprache.
  • Durch Rechtschreibfehler wirkt eine Email immer suspekt und wird viel eher in den Spam-Ordner verschoben.
  • Wenn das Produkt so gar nichts mit meinem Blog zu tun hat, fühle ich mich eher gestört und behalte ein unangenehmes Gefühl zu dem Produkt im Kopf.

Ansonsten bin ich sehr offen für jede Art der Kontaktaufnahme. Eine ideale erste Email enthält eine persönliche Ansprache, einen Link zum Produkt / zur Aktion und genaue Angaben zum Rahmen der Kooperation (Kooperationsmöglichkeiten, Zeithorizont, Ansprechpartner).

Aber auch wenn einer dieser Punkte fehlt, wäre das kein Weltuntergang. Schließlich sind wir alle Menschen und können miteinander kommunizieren.

In diesem Sinne wünsche ich Bloggern und Unternehmen die Weitsicht, den Hintergrund des jeweiligen Kommunikationspartners zu berücksichtigen und einen freundlichen und entspannten Umgang untereinander anzustreben.



1 Kommentar:

  1. Klasse geschrieben. Ich hatte mich nicht wirklich getraut bei dieser Blogparade mitzumachen, weil ich noch nicht soviel Erfahrungen gesammelt habe. Du hast es aber sehr gut beschrieben.
    Liebe Grüße!
    Agnieszka

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